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Emerging Markets

Schwellenländer holen auf

 

Emerging Markets: Schwellenländer holen aufViele Privatanleger machen nach wie vor einen großen Bogen um die Emerging Markets. Und dies, obwohl Schwellenländer-Investments keineswegs so risikoreich sind wie zahlreiche Anleger vermuten.

 

Wenn die USA husten, bekommt der Rest der Welt eine Grippe. Auf dieses Zusammenspiel war in den vergangenen Dekaden stets Verlass. Doch wenn die Krise zu einer Erkenntnis geführt hat, dann zu der, dass die Ansteckungsgefahr der Schwellenländer deutlich geringer geworden ist. „Der Konjunkturverlauf der USA ist nach wie vor wichtig, allerdings nimmt die Bedeutung in der Tendenz seit Jahren ab", meint auch Raimund Saxinger, Fondsmanager bei Frankfurt-Trust. Sven Schulze, Volkswirt beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut, ist ähnlicher Ansicht: „Das Gros der Emerging Markets hat die wirtschaftlichen Turbulenzen besser gemeistert als die westlichen Industrienationen - und geht nun als Gewinner der Krise hervor".

 

Schwellenländer wachsen kräftig

Fakt ist: Schon seit Jahren legen die Emerging Markets ein Wachstum an den Tag, von dem die westlichen Industrienationen nur träumen können. Dass daher auch der Anteil der Schwellenländer am weltweiten Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren kräftig zulegen konnte, ist die logische Konsequenz. Mittlerweile steuern die aufstrebenden Volkswirtschaften rund 50 Prozent zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt bei, während dieser Wert im Jahr 1990 noch bei unter 40 Prozent verharrte. Und: Geht es nach dem US-amerikanischen Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board wird der Anteil bis 2016 sogar auf etwa 66 Prozent ansteigen.

 

Die Erwartung, dass die Schwellenstaaten auch in den kommenden Jahren stärker wachsen werden als die westlichen Industrienationen, kommt nicht von ungefähr. Zum einen spielen etwa Brasilien, Russland und zahlreichen Staaten Asiens und Afrikas die enorm hohen Rohstoffvorkommen in die Karten. Hinzu kommt, dass etliche Emerging Markets in den vergangenen Jahren ihre Staatsverschuldung drastisch senken konnten, während viele westliche Industrienationen zur Bekämpfung der Krise gigantische Konjunkturpakete geschnürt haben - und somit deren Verbindlichkeiten massiv angestiegen sind. Die junge Bevölkerung sowie die steigende Produktivität der Unternehmen sollten das Wachstum auf lange Sicht zusätzlich stützen.

 

Bessere Performance

Das enorme Wachstumspotenzial der aufstrebenden Volkswirtschaften kommt auch an der Börse gut an. Sowohl auf Ein-, Drei- und Fünf- als auch auf Zehnjahressicht haben sich die Kurse - gemessen am MSCI-Emerging Markets - deutlich besser entwickelt als beim breit gestreuten MSCI-World-Index. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Schwellenländer-Börsen - wie häufig vermutet - in globalen Krisenzeiten keineswegs überproportional hohe Verluste verzeichnen.

 

Die gute Performance ist auch ein Ergebnis des exzellent ausgebildeten Managements. Denn viele Unternehmen werden mittlerweile von Firmenlenkern geführt, die in Europa oder den USA ausgebildet wurden und dort ihre ersten Berufserfahrungen gesammelt haben, bevor sie in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. „In anderen Fällen gibt es aber auch Manager, die zwar ihr Unternehmen hervorragend führen, aber noch wenig Erfahrung in der Kommunikation mit den Kapitalmärkten haben. Hier bieten sich für Anleger besondere Chancen, da die Kapitalmärkte aufgrund der Defizite in der Kommunikation dazu neigen, solche Unternehmen zu unterschätzen", so Saxinger.

 

Risiken streuen

Privatanleger, die bisher Engagements in Emerging Markets aufgrund des angeblich hohen Risikos gemieden haben, sollten daher vielleicht überdenken, ob Schwellenländer-Investments tatsächlich immer risikoreicher sind als Anlagen in den etablierten Industrienationen. Doch Vorsicht: Vor allem weniger erfahrene Anleger sollten einzelne Aktien oder Anleihen meiden. Stattdessen sollten interessierte Sparer ihren Blick eher auf einen breit gestreuten Aktien- oder Rentenfonds richten.

 

 

 



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