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Konjunktur

Eurozone driftet auseinander


eurozone driftetDer Europäischen Union ist es bisher nicht gelungen, einen optimalen Währungsraum zu schaffen. Vor allem die sogenannten PIGS-Staaten hinken dem Rest der EWU-Staaten hinterher.

 

Kein Frage: Die extrem laxe Geldpolitik der Notenbanken sowie die gigantischen Konjunkturpakete, die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise geschnürt worden waren, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Im Gegenteil: Ein Blick auf die jüngsten Wirtschaftsindikatoren und Wachstumsraten zeigt, dass der Konjunkturmotor seine Drehzahl zügiger und kräftiger erhöht hat, als ursprünglich angenommen. Dennoch hält sich die Freude in Grenzen. Grund: Während einige Staaten der Eurozone erfreuliche Fortschritte und Wachstumsraten aufweisen, kommen vor allem zahlreiche Peripheriestaaten nicht vom Fleck.

 

Extrem hohe Renditedifferenzen


Besonders kritisch bewerten Investoren derzeit vor allem die Situation in Portugal, Irland, Griechenland und Spanien (kurz PIGS). Wie verunsichert Anleger sind, zeigt ein Blick auf die Renditen der PIGS-Staaten, die in den vergangenen Monaten kräftig in die Höhe geschnellt sind. So haben die Renditen von zehnjährigen portugiesischen und irischen Staatsanleihen mit zuletzt rund 7 beziehungsweise 8 Prozent ein neues Rekordhoch erklommen, während griechische Bonds mit knapp 12 Prozent nur geringfügig unter ihrem Allzeithoch notieren.

 

Durch die hohen Zinslasten schlittern die PIGS-Staaten in einen Teufelskreis. Grund: Da die ohnehin schon teils schwindelerregend hohen Staatsverbindlichkeiten der PIGS-Länder durch die gestiegenen Zinszahlungen nun zusätzlich ansteigen, werden sie unter dem Druck der Kapitalmärkte die Sparbemühungen wohl nochmals verstärkt werden müssen - und dies, obwohl die Konsolidierung der Staatsschulden ökonomisch zunächst kaum Linderung verspricht. Schließlich führen die damit in Regel verbundenen höheren Steuern und niedrigeren Ausgaben zu einer geringeren öffentlichen und privaten Nachfrage.

 

Trotz der höheren Steuersätze könnte daher das Steueraufkommen insgesamt sogar schrumpfen und sich die Lücke zwischen Staatseinnahmen und -ausgaben weiter erhöhen. Hinzu kommt, dass parallel dazu auch das Wirtschaftswachstum auf der Strecke bleibt. So rechnet etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass die griechische Wirtschaft in diesem Jahr um 4,0 Prozent schrumpfen wird. Zum Vergleich: Für die gesamte Eurozone erwarten die IWF-Volkswirte ein Wachstum von 1,7 Prozent, während für die deutsche Wirtschaft sogar ein BIP-Anstieg von 3,3 Prozent prognostiziert wird.

 

PIGS-Staaten hinken hinterher


Die Hoffnung, dass diese Wachstumslücke schon in wenigen Jahren geschlossen werden kann, ist gering. Denn einige Peripheriestaaten haben die mit der Euro-Einführung einhergehende günstigere Refinanzierung genutzt, um über ihre Verhältnisse zu wirtschaften. Parallel dazu schrumpfte die Wettbewerbsfähigkeit, da die Löhne teils weit über die Produktionszuwächse in die Höhe geschraubt wurden. So kletterten in Portugal von 2000 bis 2008 die Lohnstückkosten - ausschließlich aufgrund höherer Gehälter - im Vergleich zum Euroraum um 10 Prozent.

 

Dass daher die Kapazitätsauslastungen im Verarbeitenden Gewerbe bei einigen Peripheriestaaten deutlich unter dem Durchschnitt der EWU-Staaten liegen, ist die logische Konsequenz. Problematisch ist dies vor allem deshalb, weil dadurch die Gefahr zunimmt, dass einige Staaten der Eurozone nur unterproportional von der konjunkturellen Erholung profitieren werden - und somit die Lücke zu den wettbewerbsfähigen Staaten immer größer wird.

 



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