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So bereiten Sie sich optimal auf Ihr Beratungsgespräch vor


Von Jürgen Lutz

 

Beratung in der BankViele Verbraucherschützer kritisieren, dass bei der Finanzberatung von Banken und Sparkassen das Kundeninteresse in der Regel hinter das Verkaufsinteresse des Beraters zurücktrete. Umso wichtiger ist es, dass sich Anleger gründlich auf das Gespräch vorbereiten. Folgende Fragen sollten Sie vorher klären. Dann können Sie gut vorbereitet und auf Augenhöhe mit Ihrem Finanzberater diskutieren:

 

Setzen Sie Prioritäten: Kommt es Ihnen auf Sicherheit, Rendite oder Liquidität an? Es gibt keine Geldanlage, die in allen drei Bereichen ganz vorne liegt. Höhere Rendite geht immer mit mehr Risiko einher.

 

Legen Sie die Anlagesumme fest: Bevor Sie darüber nachdenken, welche Anlage für Ihr hart erarbeitetes Geld geeignet ist, muss Ihnen klar sein, wie viel Sie tatsächlich für solche Zwecke übrig haben. Machen Sie dazu einen Kassensturz. So können Sie sicher sein, dass auch künftig Ihre Konsumausgaben und Versicherungsprämien stets gedeckt sind. Vergessen Sie nicht größere Anschaffungen, die in ein paar Jahren anstehen - etwa ein Autokauf oder die neue Heizung fürs Eigenheim. Nur „überschüssiges" Geld ist für die risikoreiche Geldanlage (Aktien etc.) beziehungsweise längerfristige Bindungen (Sparbriefe etc.) geeignet.

 

Klären Sie Ihre Anlageziele: Wenn Sie keinen Cent verlieren dürfen, weil Sie das Geld für einen Autokauf benötigen, muss die Anlage 100-prozentig sicher sein. Ansonsten entscheidet der Zeithorizont über Ihre Möglichkeiten: Wenn Sie erst in zehn oder 20 Jahren auf das Geld angewiesen sind, können Sie einen Teil in risikoreiche Anlageklassen wie Aktien investieren - vorausgesetzt, Ihre Risikotoleranz lässt das zu.

 

Werden Sie sich über Ihren Risikotyp klar: Werden Sie sich klar darüber, welche Schwankungen Ihres Vermögens Sie ertragen können. Wer nachts nicht mehr ruhig schläft, weil die Aktienmärkte zwei Prozent gefallen sind, oder gar Probleme hat, Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen, sollte die Finger von risikoreichen Anlageklassen lassen. Für alle anderen gilt als Faustformel „Anteil der risikoreichen Anlageklassen in Prozent = 100 minus Lebensalter". Ein Gefühl für die eigene Risikotoleranz können Sie auch über die Website www.behavioral-finance.de/risiko bekommen.

 

Wägen Sie Vor- und Nachteile ab: Fragen Sie in der Beratung konkret nach den Vor- und Nachteilen der einzelnen Produkte - und seien Sie sicher: Alles hat zumindest einen Nachteil!

 

Achtung bei 100-Prozent-Lösungen: Sollte Ihnen ein Finanzberater suggerieren wollen, dass das Produkt X oder Y keinerlei Nachteile habe - etwa weil der hohen Rendite kaum ein Risiko gegenüberstehe -, sollten Sie das Gespräch beenden. Hier versucht jemand, Ihnen einen Bären aufzubinden. Ein seriöser Finanzberater weist darauf hin, dass höhere Renditen stets mit größeren Risiken verbunden sind.

 

Beseitigen Sie Unklarheiten: Haben Sie etwas nicht verstanden, fragen Sie, bis Sie es nachvollziehen können. Schließlich ist es der Job Ihres Gegenübers, Ihnen verständlich zu erklären, warum Sie etwas kaufen sollen. Und bedenken Sie: Es gibt keine dummen Fragen.

 

Fordern Sie Vielfalt ein: Achten Sie darauf, dass Ihnen der Finanzberater nicht nur hauseigene Produkte anbietet, sondern solche, die zu Ihrem Bedarf am besten passen. Lassen Sie sich etwa bei Fonds belegen, dass diese in der Vergangenheit besonders gut abgeschnitten haben.

 

Hinterfragen Sie Ihren Berater: Fragen Sie offensiv nach, ob er oder sie beim Verkauf des vorgeschlagenen Produktes Provisionen kassieren würde. Wer solche „Kick backs" verschweigt, verliert eventuelle Prozesse vor dem Kadi mit großer Wahrscheinlichkeit.

 

Bestehen Sie auf dem Gesprächsprotokoll: Der Berater ist seit dem 1. Januar 2010 verpflichtet, das Gespräch zu protokollieren. Wie Recherchen der Zeitschrift „Finanztest" ergeben haben, wird das noch nicht in allen Banken umgesetzt. Bestehen Sie auf der Ausfertigung Ihres Protokolls und lesen Sie es in Ruhe durch - durchaus zu Hause. Lassen Sie sich keinesfalls zu einer Unterschrift drängen, denn damit bestätigen Sie eventuell unzutreffende Aussagen.

 



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