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Vermögensaufbau: Vier Schritte zum Erfolg


Gute Planung ist die halbe Miete - dieses Prinzip gilt auch bei der Geldanlage.


Wer ein Haus baut, weiß: Die Schritte müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Dasselbe „Naturgesetz" greift beim Aufbau und der Anlage eines Vermögens, denn ohne Plan geht das Vorhaben schief und wird teuer. „Damit das nicht passiert, müssen vor der Entscheidung, Geld zu sparen oder zu investieren, drei wichtige Fragen beantwortet werden", sagt Vermögensverwalter Gerhard Selig von der SRQ Finanzpartner AG in Konstanz.

 

Schritt eins: Ziel(e) klären


Getreu dem Motto „Wer nicht weiß, wohin er will, der kommt auch nicht an" sollte der Anleger auf jeden Fall klären, welche Ziele er verfolgt. „Wer etwa Geld für einen Autokauf in fünf Jahren ansparen will, dem stehen andere Anlageklassen offen, als einem Sparer, der wegen eines unvorhergesehenen Notfalls seinen Notgroschen wieder auffüllen muss", so Selig. Wiederum anders sieht es aus, wenn die private Altersvorsorge im Fokus der Überlegungen steht: Sind es bis zum Ruhestand noch 20 oder mehr Jahre, kann sich ein Anleger auch auf risikoreiche Anlageklassen wie Aktien einlassen.

 

Schritt zwei: Potenzial bestimmen


Hat sich der Anleger für konkrete Ziele entschieden, steht die Entscheidung an, wie viel Geld in die einzelnen Spar- oder Investitionstöpfe fließen soll. „Das hängt von zwei Dingen ab - zum einen von den Zielen, zum anderen von der Summe, auf die der Anleger beim Konsum verzichten kann", sagt  Christian Gruhn, Leiter der Ravensburger Filiale der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart GmbH. Um diese Summe zu bestimmen, ist auf jeden Fall ein Kassensturz geboten. Dabei sollten Anleger ehrlich mit sich selbst sein: „Wer Posten wie die Berufsunfähigkeitsversicherung vergisst oder sich künftige Ausgaben schönrechnet, verplant Geld, das ihm nicht zur Verfügung steht. Auf Dauer hat man damit keinen Erfolg", so Gruhn.

 

Schritt drei: Anlageklassen und Produkte festlegen


Nun steht fest, was gespart oder angelegt werden soll und zu welchem Zeitpunkt welcher Teil dieser Summe benötigt wird. In der Folge geht es darum, die Anlageklassen zu bestimmen und sich für konkrete Produkte zu entscheiden. Ein Beispiel: Ein Anleger mit 100.000 Euro, der 25.000 Euro als dauerhafte flüssige Reserve haben und sich in drei Jahren ein Auto für 25.000 Euro kaufen möchte, sollte die insgesamt 50.000 Euro ohne Risiko festlegen. „Für die Liquidität empfiehlt sich ein Tagesgeldkonto, für den Autokauf etwa Festgeld oder festverzinsliche Wertpapiere", so Finanzprofi Selig.

 

Im konkreten Beispiel sollen die weiteren 50.000 Euro über 20 Jahre so angelegt werden, dass sie für den Ruhestand ein Polster abgeben. „Hier kommt die Risikotoleranz des Anlegers ins Spiel. Wer nicht mehr schlafen kann, wenn das Geld, das im Risiko steht, zeitweilig mehr als 20 Prozent verliert, sollte maximal 40 Prozent dieser Summe in Aktien stecken", rät Selig. Denn: „Brechen die Aktien, also 40 Prozent des Depots, um 50 Prozent ein, verliert das gesamte Depot 20 Prozent an Wert", rechnet der Vermögensverwalter vor. In der Tat zeigt die Börsengeschichte, dass breite Aktienmärkte um bis zu 50 Prozent einbrechen können, bevor sie sich wieder erholen. Den Rest der 50.000 Euro würden Selig wie auch Gruhn für Zinspapiere von Staaten und Industrieunternehmen reservieren.

 

Schritt vier: Bei der Entscheidung bleiben


Sind die strategischen Entscheidungen einmal getroffen, kommt der schwerste Teil für den Anleger: seiner Entscheidung treu zu bleiben. Martin Weber, Professor für Behavorial Finance an der Universität Mannheim, hat mit seinem Team je 20.000 Depots von Männern und Frauen über einen Zeitraum von mehreren Jahren untersucht. Ergebnis: Die Performance von Frauen liegt um ein bis zwei Prozentpunkte höher als die von Männern - und das pro Jahr! Warum? „Frauen schichten ihr Wertpapier-Portfolio deutlich weniger um. Männer glauben offenbar, sie könnten durch Markt-Timing, also durch häufiges Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren, erfolgreicher sein", so Selig.

 

Doch ob ein Anleger erfolgreich ist, hängt von anderen Faktoren ab. Denn über die Rendite und die Schwankungen eines Wertpapierportfolios entscheiden laut Forschungsergebnissen zu 90 Prozent dessen Zusammensetzung aus verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffen etc. Was also können Anleger tun, um sich durch unnötige Aktivität nicht selbst zu schaden? Seligs Rat: „Treffen Sie in aller Ruhe eine Entscheidung, von der Sie wirklich überzeugt sind, schreiben Sie den Grund für Ihren Entschluss auf - und erinnern Sie sich daran, wenn Sie zu zweifeln beginnen!"

 

 

Die häufigsten Fehler bei der Geldanlage


Keine Klarheit über eigene Ziele

Keine Kenntnis der Summe, die tatsächlich für Sparen / Anlegen zur Verfügung steht

Keine Kenntnis der einzelnen Anlageklassen und ihrer Risiken

Keine Kenntnis, wie sich Anlageklassen untereinander verhalten

Geld wird „aus dem Bauch heraus" angelegt und nicht nach einer Strategie

Anleger nehmen sich nicht oder nicht genügend Zeit für Planung einer Strategie

Anleger haben zwar eine Strategie, bleiben ihr aber in der Krise nicht treu

Strategie ist vorhanden, wird aber nicht regelmäßig an Veränderungen angepasst

 



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