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Finanz-Blog Kredite:

Kredit-Pipeline immer noch verstopft

 

Kredit-Pipeline verstopft?Dienstag, 22. Dezember 2009:

Das Gros der Banken hat die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht verdaut. Dies signalisiert vor allem die weiterhin restriktive Kreditvergabe der Geldinstitute.

 

Schon fast gebetsmühlenartig betonen Bankenvertreter, dass derzeit keine Kreditklemme vorherrsche. Auch Bundesbankpräsident Axel Weber dämpft allzu große Befürchtungen: „Eine breit angelegte Kreditklemme ist aus heutiger Sicht auch nicht die wahrscheinlichste Entwicklung für die nähere Zukunft“, meinte der Währungshüter Anfang Dezember bei einer Rede vor dem Verband der Familienunternehmer.

 

Unternehmen leiden unter zögerlicher Kreditvergabe

 

Eine ganz andere Wahrnehmung hat indes Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ende November warnte die CDU-Chefin in ihrem Video-Podcast, dass sich sowohl mittelständische als auch große Firmen „in einer sehr kritischen Situation“ befänden. Eine Umfrage unter 25 000 Mitgliedern des Deutschen Industrie- und Handelskammertags untermauert diese Befürchtung:

 

Demnach beklagen 26 Prozent der Befragten schlechtere Kreditkonditionen wie beispielsweise höhere Risikoprämien. Einer Erhebung des Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge haben gar 42,9 Prozent der 4000 befragten Firmen Probleme bei der Kreditbeschaffung.

 

Mit diversen Regierungskonzepten soll die Kreditvergabe der Banken wieder angekurbelt werden. Wann die staatlichen Hilfsprogramme greifen, steht derzeit aber noch in den Sternen. Das Problem: Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist das Eigenkapital der Banken massiv geschrumpft. Und das in einer Zeit, in der die Bestimmungen von Basel 2 die Banken verpflichten, mehr Eigenkapital pro vergebenen Kredit vorzuhalten.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass das Vertrauen der Banken untereinander nach wie vor unter dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers leidet. Dies bedeutet: Kreditinstitute verleihen sich nur zögerlich Geld und verlangen zudem deutlich höhere Sicherheiten als vor dem Lehman-Debakel.

 

Zahl der Insolvenzen gestiegen

 

Die schlechte Wirtschaftslage in Kombination mit der restriktiven Kreditvergabe der Banken treibt immer mehr Firmen in den Ruin. Laut dem Verband Creditreform schlitterten 2009 über 34 000 Unternehmen in die Insolvenz. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 16 Prozent. Summa summarum — also inklusive Verbraucher- und sonstiger Insolvenzen — kletterte die Höhe der Insolvenzschäden um 67,6 Prozent auf 48,6 Milliarden Euro.

 

Kapitalmarkt gewinnt an Bedeutung

 

Im Gegenzug entdecken immer mehr — auch nicht börsennotierte — Unternehmen den Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle.

So erklomm das Emissionsvolumen von Euro-Anleihen besserer Qualität (Investment-Grade) 2009 mit 287 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Gegenüber den letzten neun Jahren lag dieser Wert doppelt so hoch als der Durchschnitt.

 

Ein Ende der Emissionsflut ist Expertenmeinungen zufolge vorerst nicht in Sicht, wenngleich 2010 unterm Strich das Niveau sinken sollte. Doch vor allem im ersten Halbjahr werden wohl weiterhin zahlreiche Konzerne die niedrigen Zinsen zur Refinanzierung nutzen.

 

 

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