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Ahnungslose Anleger im Visier.

Zertifikate waren gestern, der neue Trend
sind ETC und ETN.

 

Sonntag, 25. April 2010:

Verlockend für ahnungslose AnlegerErinnern Sie sich an die Pleite US-Bank Lehman Brothers? Damals erlebte der Markt für Anlagezertifikate ein regelrechtes Desaster. Anleger flohen in Scharen in Fonds, da diese kein Insolvenzrisiko bergen. Doch inzwischen zieht die Zertifikate-Branche mit neuen Konstruktionen wieder frisches Geld an. Vor allem Goldkäufer hat sie im Visier.

 

Mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 schien die Zeitenwende für die Finanzindustrie gekommen. Weltweit begriffen Anleger meist auf schmerzhafte Weise, dass Zertifikate von der Bonität des Emittenten abhängen, weil sie eine Inhaberschuldverschreibung darstellen. Im Klartext: Ist die ausgebende Bank pleite, verfallen auch deren Zertifikate wertlos. Dieser Lehman-Schock führte zu einem massiven Kapitalabfluss, wie Zahlen vom Deutsche Derivate Verband (DDV) belegen: Von knapp 140 Milliarden Euro im dritten Quartal 2007 sank das in Zertifikaten angelegte Geld auf 80 Milliarden im Dezember 2008.

 

Als Profiteure dieser Entwicklung galten die Fonds. Insbesondere den an der Börse gehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds) – sie bilden einen zugrunde liegenden Index nahezu eins zu eins nach – floss wegen ihrer geringen Kosten und der hohen Transparenz viel Geld zu. „Die Finanzkrise hat vielen Anlegern bewusst gemacht, dass auch die Sicherheit des investierten Kapitals bei der Geldanlage eine Rolle spielt“, sagt Thomas Meyer zu Drewer, der das ETF-Geschäft von Lyxor Asset Management in Deutschland und Österreich leitet.

 

Fondsvermögen kommt nicht in die Insolvenzmasse.

 

In der Tat bieten Fonds durch ihre Rechtskonstruktion als Sondervermögen insbesondere in Zeiten einer Bankenkrise klare Vorteile gegenüber Zertifikaten: Da die Fondsgesellschaft als Herausgeber der Fondsanteile keinen Zugriff auf das Fondsvermögen hat, besteht auch kein Emittentenrisiko. Anleger müssten sich daher keine Sorge um den Fortbestand der Investmentgesellschaft machen, da das Sondervermögen auch im Falle einer Insolvenz sicher sei, so Meyer zu Drewer.

 

Doch diese Erinnerungen verblassen zunehmend. Eineinhalb Jahre nach der Lehman-Krise ist das aktuelle Zertifikate-Volumen nach Einschätzung des DDV auf 100 Milliarden Euro gestiegen. Dass die Anleger inzwischen weniger Angst haben, mag zum einen an der Entwicklung der Börsen seit März 2009 liegen, zum anderen auch daran, dass die Emittenten bei der Namensgebung für neue Inhaberschuldverschreibungen darauf achten, vom Begriff „Zertifikat“ weit abzurücken.

 

Zertifikate-Branche kontert.

 

Unterstützt wurden sie dabei vom Boom der Edelmetalle, vor allem der Anstieg des Goldes. In dessen Zuge wurden in Deutschland zwei neue Produktarten eingeführt: „Exchange Traded Commodities“ (ETC, börsengehandelte Rohstoffe) und „Exchange Traded Notes“ (ETN, börsengehandelte Schuldtitel“). Während beide Produkte mit den ETFs den Börsenhandel teilen, unterscheiden sie sich doch in wesentlichen Aspekten von Indexfonds.

 

So sind ETC wie auch ETN Inhaberschuldverschreibungen ohne Laufzeitbegrenzung und, genau wie Zertifikate, von der Bonität des Emittenten abhängig. ETC-Anbieter wie Deutsche Börse Commodities betonen, dass solche Schuldverschreibungen mit Edelmetallen hinterlegt seien und es einen Lieferanspruch gegenüber dem Emittenten gebe. Doch wird der Emittent insolvent, könnten sich Inhaber von Schuldverschreibungen vor manches bislang noch unbekannte Problem gestellt sehen. Das gilt erst recht für „Exchange Traded Notes“, die – ähnlich wie ein Indexzertifikat – eine reine Inhaberschuldverschreibung ohne Absicherung sind. Käufer von ETN gehen damit also garantiert die gleichen Risiken wie Zertifikate-Besitzer.

 

Für Anleger gilt: Augen auf!

 

Doch selbst wer sich in den Finessen des Anlagegeschäfts auskennt, weiß nicht immer, was er sich ins Depot legt. So steckt der Powershares DB Gold Fund das Geld der Anleger nicht in physisches Gold, wie man von einem Fonds erwarten würde, sondern in Terminkontrakte, um die Entwicklung eines zugrunde liegenden Index der Deutsche Bank abzubilden. Fazit: Den Anlegern bleibt nichts anderes übrig als genau zu prüfen, worin sie ihr Geld investieren.

 

Weitere wertvolle Tipps für Anleger: Der MANO Finanz-Blog ...

 

 



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