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Zinswende rückt in greifbare Nähe:

Festanleger sollten sich jetzt nicht zu lange binden.

 

Donnerstag, 15. Oktober 2009:

Auf Tagesgeld- und Festgeldkonten können Anleger ihr Erspartes gewinnbringend zwischenparken. Allzu lange sollten sich Sparer derzeit jedoch nicht binden. Israel hat es bereits getan und auch die australische Notenbank hat jüngst die Leitzinsen angehoben − und zwar um 0,25 Punkte auf 3,25 Prozent.

 

Auch in Deutschland werden die Stimmen, die eine zeitnahe Trendwende der EZB-Geldpolitik erwarten, lauter: Einer Anfang Oktober durchgeführten Umfrage der Financial Times Deutschland zufolge, gehen 55 Prozent der befragten Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank innerhalb der kommenden zwölf Monate den Geldhahn zudrehen wird; sprich: die Leitzinsen erhöht werden.

 

Im Schnitt erwarten die Volkswirte bis Oktober 2010 einen Anstieg des europäischen Schlüsselzinses um rund 0,25 Prozentpunkte, einige Experten halten gar einen Leitzinsanstieg von derzeit 1 auf 2 Prozent für möglich.

 

Inflationsanstieg immer wahrscheinlicher.

 

Die steigenden Zinserwartungen kommen nicht von ungefähr: Zum einen könnten die niedrigen Leitzinsen, die massive Ausweitung der Staatsverschuldung sowie die Liquidität, mit der die Zentralbank zuletzt die Märkte fluteten, die Inflation in die Höhe treiben – und die EZB über kurz oder lang somit gar keine andere Wahl hat, als die Zinsen wieder anzuheben.

 

Nur so wäre gewährleistet, dass die obersten europäischen Währungshüter ihre angestrebte Teuerungsrate von „nahe, aber unter 2 Prozent“ erreichen würden. Grund: Im Zuge höherer Zinsen steigt der Preis des Geldes und schrumpft die Liquidität. In der Regel führt dies auch zu einer niedrigeren Inflation.

 

Hinzu kommt, dass viele der jüngst veröffentlichten Konjunkturdaten darauf hindeuten, dass der Konjunkturmotor schneller Fahrt aufnimmt, als noch zu Jahresbeginn befürchtet – und somit auch die Inflation früher als erwartet zulegen könnte. So kletterte etwa der richtungsweisende Ifo-Geschäftsklimaindex im September von 90,5 auf 91,3 Zähler bereits zum sechsten Mal in Folge. Der Index für das Wirtschaftsvertrauen innerhalb der EWU machte im September ebenfalls Boden gut – und zwar um 2 auf 82,2 Punkte. Und die Erholung der deutschen Industrie setzt sich ebenfalls fort: Im August sind die Industrieaufträge um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen.

 

Quartalszahlen geben die Richtung vor:

 

Ob die wirtschaftliche Erholung mit weiterhin steigenden Aktienkursen einhergeht, bleibt jedoch abzuwarten. Schließlich sind bereits zahlreiche positive Nachrichten in den Kursen eingepreist. Vor allem die bevorstehende Quartalssaison ist richtungweisend für den weiteren Kursverlauf. Sollten die hochgestreckten Erwartungen nicht erfüllt werden, rechnet das Gros der Experten mit einer deutlichen Kurskorrektur.

 

„Entscheidend ist nun, dass die positiven Annahmen durch die Zahlen zum dritten Quartal untermauert werden“, meint etwa Christoph Schlienkamp, Leiter Aktienmarktanalyse beim Bankhaus Lampe.

 

Ruhiger schlafen mit Tagesgeld- und Festgeldkonten:

 

Anleger, die auf Nummer sicher gehen und die weitere Entwicklung zunächst abwarten wollen, sollten sich daher ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto etwas genauer anschauen.

 

Mit dieser Sparform können sie zumindest einen Teil ihres Ersparten gewinnbringend zwischenparken. Dabei haben Tagesgeldkonten vor allem den Vorteil, dass Anleger jederzeit Zugriff auf ihre Einlagen haben. Auf der anderen Seite laufen Tagesgeld-Sparer immer Gefahr, dass die Konditionen von einem auf den anderen Tag gesenkt werden können ( Mehr zum Thema Tagesgeld ).

 

Bei einem Festgeldkonto wird dem Anleger indes für einen bei Vertragsabschluss vereinbarten Zeitraum der jeweilige Zinssatz garantiert ( Mehr zum Thema Festgeld ). Allerdings sollten nur diejenigen Sparer ein Festgeldkonto wählen, die ganz sicher für den festgeschriebenen Zeitraum auf ihr Erspartes verzichten können. Vor Vertragsende kommen Anleger nicht an ihr Vermögen – und falls doch, wird in der Regel ein üppiger Strafzins fällig.

 

Zudem sollten sich Festgeld-Sparer im aktuellen Marktumfeld nicht allzu lange binden. Grund: Sollte die EZB tatsächlich im Laufe des kommenden Jahres die Leitzinsen anheben, werden auch die Banken ihre Konditionen für Tages- und Festgeldkonten nach oben anpassen. Und Anleger, die sich nun langfristig binden, hätten dann das Nachsehen. Empfehlenswert ist derzeit ein Anlagezeitraum von sechs bis maximal zwölf Monaten.

 

 



Kommentar zu Festanleger aufgepasst: Jetzt nicht zu lange binden!?

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