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Vorsicht, Gebührenfalle!

Wo Banken unrechtmäßig zur Kasse bitten.

 

Unrechtmäßige Gebühren?Donnerstag, 28. Januar 2010

Das Ansehen der Banken hat durch die Finanzkrise stark gelitten. Kein Wunder: Schließlich mussten zahlreiche Kunden aufgrund fragwürdiger Anlageempfehlungen teils hohe Verluste verkraften. Auch künftig sollten Bankkunden ihrem Kreditinstitut nicht blind vertrauen:

 

Anleger mit einem eigenen Depot kennen das Procedere. Bei jeder Wertpapiertransaktion fallen mitunter üppige Transaktionskosten an, die letztendlich auch die Rendite belasten. Allerdings weiß jeder Investor vorab genau, welche Gebühren auf ihn zukommen.

 

Die wenigsten Bankkunden wissen jedoch, dass etliche Kreditinstitute ihre Kunden auch im „normalen“ Tagesgeschäft zur Kasse bitten – und neben dem Grundpreis für die Kontoführung zusätzliche Gebühren kassieren.

 

„Mindestens 75 Prozent aller Banken erheben unrechtmäßige Gebühren“, moniert Jochen Schädtler von der Schutzgemeinschaft für Bankkunden. Dass etliche Banken trotz der zum 31. Oktober 2009 in Kraft getretenen EU-Zahlungsdienstrichtlinie weiterhin unrechtmäßige Gebühren abrechnen, überrascht Experte Schädler wenig.

 

„Bisher gab es ebenfalls einen verbindlichen Rechtsrahmen, der häufig missachtet wurde“. Vor allem Kunden von Genossenschaftsbanken sollten ihren Kontoauszug genauestens unter die Lupe nehmen. „Die Preis- und Leistungsverzeichnisse dieser Institute weisen meiner Erfahrung nach die meisten unberechtigten Entgelte auf“, warnt Experte Schädtler.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass zahlreiche Geldhäuser aufgrund der Finanzkrise und den damit einhergehenden Gewinneinbrüchen auch künftig an der illegalen Gebührenschraube drehen werden, ist groß. Tatenlos hinnehmen müssen betrogene Bankkunden die Entgelte jedoch nicht. Sobald eine unrechtmäßig erhobene Gebühr anhand des Kontoauszugs belegt werden kann, „zeigen sich die Banken in der Regel kooperativ und erstatten die zuvor abgebuchte Gebühr“, weiß Schädtler.

 

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich die eine oder andere Bank quer stellt – und die Gebühr nicht zurückzahlt. Für diesen Fall sollten sich Geschädigte an die Verbraucherzentrale oder die Schutzgemeinschaft für Bankkunden (Tel.: 09175/907190) wenden. „Die betroffene Bank bekommt dann eine Abmahnung von uns. Im Regelfall wird dem Kunden dann die zuvor unrechtmäßige Gebühr wieder gutgeschrieben“, erklärt Schädtler.

 

Das Problem: Viele Kunden wissen nicht, welche Gebühren erhoben werden dürfen – und welche Entgelte bereits vor Jahren gerichtlich untersagt worden sind. MANO-Dienste gibt einen Überblick:

 

  • Bei Überweisungen in Länder der Europäischen Union dürfen Banken keine höheren Gebühren verlangen als bei gewöhnliche Inlandsüberweisungen – vorausgesetzt, der Zahlbetrag lautet auf Euro und Kunden verwenden das Formular für die EU-Standardüberweisung.
    EU-Verordnung; Nummer: 2560/2001

  • Anleger können jederzeit ihre Wertpapiere auf ein neues Depot übertragen. Die daraus entstehenden Kosten darf die Bank grundsätzlich nicht an Kunden weiterreichen.
    BGH-Urteil, AZ.: XI ZR 200/03

  • Bei der Bearbeitung von Freistellungsaufträgen kommt die Bank lediglich einer gesetzlichen Pflicht nach. Mögliche Kosten dürfen nicht an Kunden weitergereicht werden.
    BGH-Urteil, AZ.: XI ZR 279/96

  • Herrscht Ebbe auf dem Konto und fallen aufgrund der Nichtausführung von Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträgen Gebühren an, dürfen diese nicht an Kunden weitergereicht werden. Kosten für Benachrichtigungen des Geldinstituts über nicht eingelöste Aufträge dürfen ebenfalls nicht erhoben werden.
    BGH-Urteile, AZ. XI ZR 5/97; 296/96; 154/04; 197/00

  • Im Todesfall des Kontoinhabers muss das Kreditinstitut dem Finanzamt den Kontostand des Erblassers mitteilen – und zwar ohne dem Erben dafür ein Gebühr aufzubrummen. Hinzu kommt, dass das Kreditinstitut das Konto des Verstorbenen auf den Erben umschreiben muss. Auch für diesen Service darf die Bank kein Entgelt verlangen.
    LG Frankfurt, AZ.: 2/2 O 46/99

 

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Kommentar von _Horst Müller am Thursday, 25. February 2010; 11:11:32 Uhr

Kommentar zu Finanz-Blog: Vorsicht, Gebührenfalle!

Gibt es gebührenpflichtige Fristen für die Abholung von Kontoauszügen?



Kommentar von MANO-Dienste am Friday, 26. February 2010; 16:26:59 Uhr

Ihre Antwort, Herr Müller:

Guten Tag Herr Müller,

eine gebührenpflichtige Frist für die Abholung von Kontoauszügen existiert nicht. Der Kunde darf selbst entscheiden, wann und wie oft Kontoauszüge abgerufen werden.

Zwar versendet das Gros der Banken nach 90 Tagen die Kontoauszüge, sofern diese vorab nicht ausgedruckt wurden. Eine Gebühr darf das jeweilige Geldinstitut dafür jedoch nicht in Rechnung stellen!

„Nach Paragraph 666 BGB muss die Zusendung von Kontoauszügen grundsätzlich unentgeltlich erfolgen, da die Bank damit lediglich ihrer Pflicht zur Rechnungslegung nachkommt“, erklärt Jörg Schädtler von der Schutzgemeinschaft für Bankkunden.

Die anfallenden Kosten für Porto und Papier darf die Bank jedoch an den Kunden weiterreichen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr MANO-Dienste Team


PS: Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden erreichen Sie übrigens unter folgender Webadresse: http://www.schuvoba.de/



Kommentar von _Thomas am Monday, 29. March 2010; 12:24:28 Uhr

Kommentar zu Finanz-Blog: Vorsicht, Gebührenfalle!


Meine Bank hat die Kontoführungsgebühr für meine beiden Darlehenskonten erhöht
trotz Vertrag.Darf sie das eigentlich?


Kommentar von MANO-Dienste am Wednesday, 31. March 2010; 12:23:34 Uhr

Ihre Antwort, Thomas:

Guten Tag Thomas,

entscheidend ist, was in ihrem Vertrag steht.
Heißt es dort, dass immer die aktuellen Konditionen des Preis- und
Leistungsverzeichnisses gelten, haben Sie kaum eine Chance, dagegen anzugehen.

Steht allerdings im Vertrag, dass Sie ausschließlich die zum Zeitpunkt des
Vertragsabschlusses gültigen Konditionen des Preis- und Leistungsverzeichnisses
zahlen müssen, sollten Sie die Anhebung nicht akzeptieren, sich mit Ihrer
Bank in Verbindung setzen - und gegebenenfalls einen Rechtsanwalt
einschalten.

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben.

Herzliche Grüße,

Ihr MANO-Dienste Team



Kommentar von _Thomas am Sunday, 04. April 2010; 08:45:49 Uhr

Kommentar zu Finanz-Blog: Vorsicht, Gebührenfalle!

Vielen Dank erst einmal für die schnelle Antwort zu meiner Gebührenfrage.Ich habe bezüglich meiner Darlehenskonten noch eine Frage.
In einem Vertrag heißt es Sondertilgungenvon jährlich x Summe sind erlaubt und werden taggleich verrechnet.Im zweiten Vertrag steht jedoch der Zusatz das diese Option am 31.12. eines jeden Jahres verfällt.Kann ich nun nicht genutzte Zahlungen aus dem ersten Vertrag nachholen?

Vielen Dank im voraus.



Kommentar von MANO-Dienste am Tuesday, 06. April 2010; 12:02:26 Uhr

Ihre Antwort, Thomas:

Guten Morgen, Thomas.

Das ist absolut üblich: Banken erlauben es in der Regel nicht, dass in einem Jahr nicht erfolgte Sondertilgungen vom Kreditnehmer in späteren Jahren nachgeholt werden.

Eine Sondertilgungsoption wird üblicher Weise pro Jahr ausgesprochen und dann mit dem Zusatz versehen, dass nicht erfolgte Sondertilgung in den Folgejahren nicht nachgeholt werden können.

Wir wollen keine juristische Aussage treffen, aber es wäre sehr wunderlich, wenn es in Ihrem Vertragsverhältnis möglich wäre, die nicht erbrachten Sondertilgungsrechte jetzt nachzuholen.

Herzliche Grüße,

Ihr MANO-Dienste Team



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