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Kann ich mir ein Haus leisten? - Teil 3

Diese Fakten prüft der Banker.


Samstag, 24. Juli 2010:

Kann ich mir ein Haus leisten - 3Kann ich mir ein Haus leisten? Diese Frage stellen sich viele. Ob die Antwort darauf „ja" lautet, hängt nicht nur von Ihren konkreten finanziellen Möglichkeiten ab. Sie müssen außerdem die Hürden nehmen, die die Banker aufstellen.

 

 

 

Rückblick: Der Kassensturz (Kann ich mir ein Haus leisten, Teil 1 ) ist gemacht — Sie wissen, wie viel Sie Monat für Monat für die Finanzierung Ihres Hauses übrig haben. Mit diesem Betrag können Sie in einem zweiten Schritt abschätzen, wie hoch das Baudarlehen sein könnte, das die Bank Ihnen höchstens zur Verfügung stellt. Zusammen mit dem vorhandenen Eigenkapital ergibt sich daraus die Summe, die das Haus maximal kosten darf (Kann ich mir ein Haus leisten, Teil 2 ).

 

Doch all das nutzt Ihnen kaum etwas, wenn Sie nicht die Anforderungen erfüllen, an die sich der Banker bei der Vergabe von Baudarlehen halten wird. Erst dann kennen Sie wirklich die Antwort auf die Frage: Kann ich mir ein Haus leisten?

 

Banker gleicht Ihr Nettoeinkommen mit Pauschalwerten ab.

 

Völlig unabhängig von den Ergebnissen Ihres persönlichen Kassensturzes prüft der Banker nach einer pauschalen Methode, ob Ihnen und Ihrer Familie bei der Finanzierung eines Hauses genügend Geld übrig bliebe.

 

Dabei veranschlagt er je nach Bank unterschiedlich folgende Mindestbeträge bei den Lebenshaltungskosten:

 

  • für den Hauptverdiener: 550 bis 800 €
  • für den mitarbeitenden Ehepartner: 300 bis 350 €
  • für den nicht mitarbeitenden Partner sowie pro Kind: 200 bis 250€

Wer Alleinverdiener einer dreiköpfigen Familie ist, muss demnach über mindestens 950 € an Nettoeinkommen verfügen. Doch das reicht natürlich nicht aus, denn dieser Betrag darf etwa bei der Direktbank ING-DiBa maximal die Hälfte des Nettoeinkommens ausmachen. Im konkreten Fall muss der Verdiener also mindestens 1.900 € nach Hause bringen. Bleibt er unter diesem Einkommen, wird der Antrag auf ein Baudarlehen abgelehnt - selbst dann, wenn per Kassensturz belegt wird, dass die Familie für die Lebenshaltung weniger benötigt.

 

Es gibt auch Banken, die den Anteil der Hausfinanzierung am Nettoeinkommen auf 40 % begrenzen. Andere Häuser beziehen auch die Bewirtschaftungskosten der Immobilie in die Kalkulation der finanziellen Belastbarkeit mit ein.

 

Kann ich mir ein Haus leisten? Ja, aber nur mit maximal 50 % des Nettoeinkommens.


Wer mehr verdient als die Mindestvorgabe verlangt, muss hingegen etwas anders rechnen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben:

 

Angenommen, das Nettoeinkommen beträgt 3.600 €. Dann würde der Banker bei der ING-DiBa diesen Betrag durch 2 teilen, da maximal 50 % des Nettoeinkommens zur Finanzierung verwendet werden dürfen. Es können also nicht mehr als 1.800 € ins Baudarlehen fließen, auch wenn im Kassensturz die Lebenshaltung günstiger ausfiel. „Hintergrund für diese Berechnungsmethode ist, dass Familien mit steigendem Einkommen ausgabefreudiger werden", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung.

 

Der individuelle Kassensturz ist unverzichtbar.


Gleichwohl sollten alle, die diese Hürden nehmen, sich nicht auf die Pauschalberechnungen der Banken verlassen, sondern ihren jeweils individuellen Kassensturz machen.

 

Gut möglich, dass sie mehr verbrauchen, als die Bank veranschlagt und diese Mehrausgaben auch nicht reduzieren können oder wollen. FMH-Inhaber Herbst: „Dann sollten sie den Hauspreis und das Baudarlehen so anpassen, dass Sie nur mit dem Teil ihres Nettoeinkommens finanzieren, der tatsächlich erübrigt werden kann, ungeachtet der Pauschalen der Banken."

 

Übrigens: Die „Empfehlung" einzelner Verbraucherschützer, maximal 30 % des Nettoeinkommens für die Finanzierung zu veranschlagen, hält Herbst für überzogen. Wer für seinen Vermögensaufbau bei gleichzeitiger Mietersparnis etwas tun wolle, sollte auch bereit sein, auf das eine oder andere zu verzichten.

 

Eigenheim-Rechner für den Schnell-Check.


Eine bequeme Variante, um auszurechnen, „wie viel Haus" Sie sich leisten können, ist der „Eigenheim-Rechner" der MANO-Dienste. Der Eigenheim-Rechner arbeitet automatisch die Pauschalwerte mit ein, die Banker verwenden.

 


Kann ich mir ein Haus leisten? Teil 1 bis 3. Die gesamte Reihe im Überblick ...

Hauskauf ohne Eigenkapital: So geht`s ...

 

 



Kommentar zu Kann ich mir ein Haus leisten? - Teil 3?

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