Finanz-Blog Immobilienfinanzierung: Mietimmobilien schützen nur bedingt vor Inflation - www.mano-dienste.de Zurück
.

Mietimmobilien schützen nur bedingt vor Inflation.


Dienstag, 08. Juni 2010:

Immobilien schützen nur bedingt vor InflationGrassiert in Deutschland die Angst vor Inflation, rückt für viele Anleger sofort die Mietimmobilie in den Fokus. Denn Boden und Beton gelten als adäquater Schutz vor Geldentwertung. Doch die Sache hat einen Haken: Vermietete Immobilien bieten Inflationsschutz nur unter bestimmten Bedingungen.

 

Nach einer Umfrage der R+V-Versicherung hatten Ende 2009 mehr deutsche Bürger Angst vor künftigen Preissteigerungen als vor einer schweren Krankheit. Diese Befürchtungen dürften sich angesichts der aktuellen Staatsschulden-Krise noch verschärft haben. Um sich vor Inflation zu schützen, setzen viele Bundesbürger auf fremdvermietete, also nicht selbst genutzte, Immobilien. Eine Umfrage des Immobilienverbands IVD brachte an den Tag, dass für 43 Prozent der Immobilienkäufer Sorgen vor Geldentwertung und die Einschätzung der Immobilie als sichere Anlageform der Hauptgrund für den Erwerb sind.

 

Es gibt einige Argumente, die in diesem Zusammenhang gern angeführt werden. Erstens handele es sich bei Mietimmobilien um reale Werte, die mit den Mieten nachhaltig Erträge erwirtschafteten. Zweitens fielen die Schwankungen dieser Renditen geringer aus als bei vielen anderen Anlagen. Und drittens führe die rückläufige Zahl der Baugenehmigungen und -anträge zwangsläufig dazu, dass die Nachfrage nach Wohnraum die Mieten früher oder später nach oben treibe.

 

Studien widerlegen automatischen Schutz gegen Teuerung.

 

Diese Theorie klingt schlüssig — doch die Praxis sieht etwas anders aus, wie Immobilienprofis bestätigen. „Deutsche Immobilien haben keinen eingebauten Inflationsschutz. Langfristig betrachtet liegt die Immobilienpreisentwicklung unter der Inflationsrate“, heißt es in einer Studie der Marktforscher von BulwienGesa im Auftrag von Deutsche Land. Untersucht wurden die Preisentwicklung deutscher Wohn- und Gewerbeobjekte seit 1975. In einer weiteren Studie zeigte BulwienGesa, dass die Verbraucherpreise für den normalen Lebensunterhalt seit 1975 um 130 Prozent gestiegen sind, die Preise für Gebäude und Mieten in einem selbst ermittelten Index aus 125 Städten aber nur um etwa 100 Prozent. Fazit: Immobilienanleger erlitten Kaufkraftverluste. Dazu beigetragen hat sicher auch der Bauboom in den ersten Jahren der Wiedervereinigung.

 

Wer sich entscheidet, in eine fremdvermietete Immobilie zu investieren, sollte vor allem auf die Lage, aber auch auf eventuelle „Rendite-Killer“ achten, wie der Vermögensverwalter Friedrich Huber von der unabhängigen Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen mit Sitz in München anmerkt. Nach seiner Einschätzung verheißen grundsätzlich nur Top-Standorte stabile Wertsteigerungen, die mit der Geldentwertung mithalten können. Der Trend in die Ballungsräume hinein werde die Immobilienpreise in Deutschland weiter auseinander laufen lassen und den Faktor Standort somit weiter verstärken. Zudem sollten Anleger die Erwerbsnebenkosten bedenken, die die Rendite schmälern, vor allem wenn keine langfristige Planung vorhanden ist. Ebenfalls zu bedenken sind Risiken wie Mieterwechsel, damit einhergehende Renovierungen sowie eventueller Leerstand. Last but not least stellen neue Bauverordnungen, etwa zur Energieeffizienz, ein finanzielles Risiko dar.

 

Zinsen sollte man jetzt möglichst lange sichern.

 

Wer darauf setzt, seine Darlehensschuld durch Inflation entwerten zu lassen und die Miete analog der Inflationsrate zu steigern, sollte sich die aktuell niedrigen Zinsen möglichst lange sichern, da die Anschlussfinanzierung bei Inflation zwangsläufig zu höheren Kreditzinsen führt.

 

Folglich ist eine Zinsbindung von mindestens 15 oder gar 20 Jahren ratsam. Auf diese Weise haben Immobilienkäufer eine sehr lange Zinssicherheit und können dennoch ihren Vertrag nach zehn Jahren vorzeitig kostenfrei kündigen, falls die Zinsen günstiger sein sollten. Kommt es zur Inflation, würden die Mieteinnahmen steigen, die Kreditbelastung aber gleich hoch bleiben — ein großer Vorteil.


Welche Baugeld-Angebote interessant sind, finden Sie bei uns ganz bequem heraus:

 

Mit dem kostenfreien MANO-Rechner zur Immobilienfinanzierung ...

Fit für die Immobilienfinanzierung: Die MANO-Tools für eine clevere Finanzierung ...

 

Weitere Beiträge im MANO Finanz-Blog ...



Kommentar von _Heinz am Saturday, 12. June 2010; 17:06:16 Uhr

Frage zu Ihrem Beitrag


Hallo, spannender Artikel zum Thema Geldanlagen in vermietete Immobilien, ein Punkt fehlt mir aber:

In Zeiten von höherer Inflation - wovon ich in Zukunft ausgehe - ist doch auch der Aspekt interessant, dass mein Kreditbetrag real betrachtet durch die Inflation immer kleiner wird? Die Mieten werden steigen (wenn auch nicht so stark wie die Verbraucherpreise) und mein Kredit wird real immer kleiner, da er ja nicht an die Inflation gekoppelt ist.

Übertrieben gesagt profitiere ich sehr stark von einer Hyperinflation, oder?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Kommentar von MANO-Dienste am Tuesday, 15. June 2010; 11:54:28 Uhr

Kommentar zu Mietimmobilien schützen nur bedingt vor Inflation.

Vielen Dank für Ihre Frage. Der von Ihnen angesprochene Sachverhalt ist im Artikel etwas kurz gekommen, findet sich aber am Ende. Dort heißt es:

"Folglich ist eine Zinsbindung von mindestens 15 oder gar 20 Jahren ratsam. Auf diese Weise haben Immobilienkäufer eine sehr lange Zinssicherheit und können dennoch ihren Vertrag nach zehn Jahren vorzeitig kostenfrei kündigen, falls die Zinsen günstiger sein sollten. Kommt es zur Inflation, würden die Mieteinnahmen steigen, die Kreditbelastung aber gleich hoch bleiben — ein großer Vorteil."


Sie haben also durchaus Recht mit Ihrer Annahme, dass Kreditnehmer von einer Hyperinflation profitieren würden. Allerdings gilt auch das genaue Gegenteil: Kommt es zu einer Deflation (was ebenfalls möglich ist, wenn ungeheure Kreditmengen wertlos verfallen), dann wiegen die Schulden immer schwerer, während die Mieteinnahmen sinken, weil die Mieter pleite sind oder die Mietzins gesenkt werden muss, während die Kreditbelastung gleich hoch bleibt.

Sie sehen, es ist ein zweischneidiges Schwert. Von einem Hauskauf, dessen Finanzierung vom Eintreten eines Inflationsszenarios abhängt, sollte man daher dringend Abstand nehmen. Bitte bedenken Sie, dass diese Aussagen in keiner Weise eine Anlageberatung darstellen oder ersetzen.


Herzliche Grüße,

Ihr MANO-Dienste Team

Kommentar zu Mietimmobilien schützen nur bedingt vor Inflation.?

Kommentar schreiben:





Sind Sie ein Mensch? Aus Gründen der Sicherheit ist dieses Formular mit einem Spamschutz versehen. Damit Sie dieses Formular absenden können, müssen Sie die hier abgebildete Kennzahl in das Feld darunter eintragen. Zugangs-Code für Formular-Übertragung


.
.

xxnoxx_zaehler