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Schuldenkrise freut Häuslebauer.

 

Freitag, 28. Mai 2010:

Schuldenkrise freut Häuslebauer.Die Schuldenkrise hat auch positive Seiten. So drückt der Ansturm auf deutsche Staatsanleihen, die als Hort der Sicherheit gelten, die Zinslast des Staates, aber auch die Kosten für Baudarlehen.

 

Wer eine Immobilie kaufen will oder eine Anschlussfinanzierung anstehen hat, kann davon mit einer langen Zinsfestschreibung profitieren.

 

Die Schuldenkrise Griechenlands und anderer südeuropäischer Länder zeigt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Notfall eher den Vorgaben der Politik folgt, als auf ihrer Unabhängigkeit zu beharren. Der Versuch, die betreffenden Länder mit einem Rettungsschirm vor dem finanziellen Kollaps zu bewahren, ließ nicht nur den Euro abstürzen. Er drückte auch die Renditen für deutsche Staatspapiere, denn die Anleger suchen ihr Heil in den Schuldverschreibungen des Landes, das den Ruf hat, am solidesten zu wirtschaften.

 

Stille Freude in Berlin.

 

Darüber freut sich der Fiskus hierzulande — wenn auch nur verhalten, um nicht den Ärger von Griechenland, Spanien und Co heraufzubeschwören. Denn der deutsche Staat muss für seine neuen Schulden nun weniger Zinsen zahlen. Nach Berechnungen der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ platzierte die Deutsche Finanzagentur seit September 2009 mehr als 120 Milliarden Euro am Kapitalmarkt. Seitdem sanken die Renditen von staatlichen Schuldpapieren um etwa einen halben Prozentpunkt — das ergibt nach Angaben des „Handelsblatt“ einen Zinsvorteil von 600 Millionen Euro im Jahr.

 

Doch die Krise erleichtert nicht nur Finanzminister Schäuble das Leben. Auch wer jetzt eine Immobilie finanzieren will oder Anschlussfinanzierungen zu verhandeln hat, profitiert von der Nachfrage nach sicheren Papieren wie Schuldverschreibungen des Bundes und deutschen Pfandbriefen. Denn dies lässt auch die Zinsen für Immobilienkredite sinken: So bewegen sich die Zinsen für fünfjährige Baudarlehen nach Angaben der FMH-Finanzberatung derzeit im Schnitt bei 2,92 Prozent. „Für ein Zehn-Jahres-Darlehen werden 3,68 Prozent und für 15 Jahre aktuell durchschnittlich 4,12 Prozent fällig“, sagt FMH-Inhaber Max Herbst. Verschärft sich die Krise, könnte es sogar noch ein Stück tiefer gehen.

 

Zinsen könnten rasch drehen.

 

Doch Experten warnen davor, das allzu sehr auszureizen. Denn nicht nur Angebot und Nachfrage beeinflussen die langfristigen Zinsen. „Auch Inflationserwartungen und Bonitätsbeurteilungen spielen eine Rolle“, sagt Uwe Schindler, Vorstand der unabhängigen KSW Vermögensverwaltung in Nürnberg. Dabei gilt: Je höher die antizipierte Teuerung und je schlechter die Kreditwürdigkeit der Emittenten, desto höhere Zinsen verlangen die Gläubiger.

 

Nach Schindlers Auffassung ist Inflation derzeit zwar kein Thema. Doch das könnte sich ändern, denn steigende Rohstoffpreise und eine schwächere Währung böten gute Voraussetzungen, um Inflation zu importieren. Auch die Bonität der Eurokernländer werde derzeit als gut beurteilt, könnte sich im Rahmen milliardenschwerer Bürgschaften und Hilfspakete allerdings deutlich verschlechtern. Nicht zuletzt wird der wachsende Kapitalbedarf das Angebot von Staatsanleihen anschwellen lassen, was ab einem gewissen Punkt nur durch höhere Zinsen kompensiert werden kann.

 

Fazit: Wer jetzt als Anleger in eine Immobilie investieren möchte oder mit einer Zinsanpassung befasst ist, sollte die Finanzierung möglichst lange festschreiben. Auf diese Weise sichern sich Häuslebauer und Kapitalanleger nicht nur ein historisches Zins-Tief, sondern auch die Chance auf einen weiteren „Windfall Profit“: Kommt es zu der voraussichtlichen Inflationierung, profitieren Kreditnehmer auch noch über die Entwertung ihrer Schulden. Welche Baugeld-Angebote interessant sind, finden Sie bei uns ganz bequem heraus:

 

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