Finanz-Tipps für Selbstständige, Unternehmen Teil 6: Arbeitslosenversicherung - www.mano-dienste.de Zurück

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Finanz-Tipps für Selbstständige und Unternehmen - Teil 6

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige: Die freiwillige Versicherung lohnt - noch!

 

Arbeitslosenversicherung für SelbständigeDienstag, 10. August 2010:

Existenzgründer können sich in der Arbeitslosenversicherung freiwillig versichern – daran ändert auch nichts das neue Gesetzesvorhaben. Allerdings müssen sich die freiwillig Versicherten auf höhere Beiträge und weitere Nachteile einstellen.

 

 

Der Schritt in die Selbstständigkeit will gut durchdacht sein, denn er ist nicht nur mit vielen Chancen, sondern auch zahlreichen Risiken verbunden. Schlimmstenfalls scheitert die Geschäftsidee – und der einst so motivierte Jung-Unternehmer steht vor einem Scherbenhaufen. Die Möglichkeit, sich als Selbstständiger freiwillig in der Arbeitslosenversicherung zu versichern, schützt Existenzgründer zumindest vor einem finanziellen Desaster.

 

Nicht alle Selbstständigen können sich freiwillig arbeitslosenversichern

 

MANO-Dienste zeigt, worauf Selbstständige achten sollten – und was sich ab 2011 ändern wird:

 

Grundsätzlich gilt, dass für Existenzgründer nach § 28a SGB III die Möglichkeit zur freiwilligen Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung besteht. Voraussetzung ist allerdings, dass die selbstständige Tätigkeit mindestens 15 Stunden in der Woche ausgeübt wird. Wichtig: Der Antrag muss innerhalb eines Monats nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei der örtlichen Arbeitsagentur gestellt werden. Eine weitere Bedingung ist zudem, dass der Antragssteller in den letzten zwei Jahren vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war – oder eine Entgeltersatzleistung wie beispielsweise das Arbeitslosengeld bezogen hat. Wie die 12 Monate zustande kommen, spielt dabei keine Rolle. Denn die Zeiten der Versicherungspflicht und des Leistungsbezuges können zusammengerechnet werden.


Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Versicherungsmöglichkeit kann sich dabei durchaus sehen lassen. Denn Monatsbeiträge von 17,89 Euro für Westdeutschland und 15,19 Euro für ostdeutsche Selbstständige stehen einem Anspruch auf Arbeitslosengeld von bis zu 1364 Euro gegenüber – vorausgesetzt, die Beiträge wurden zuvor mindestens 12 Monate geleistet. Die Höhe des Arbeitslosengeldes orientiert sich jedoch nicht an der Beiträgshöhe, sondern am letzten Einkommen in abhängiger Beschäftigung. Liegt diese schon über zwei Jahre zurück, ist die Höhe des Arbeitslosengeldes an die berufliche Qualifikation gekoppelt. Dabei gilt: Je besser die Qualifikation, desto so höhere Leistungen fließen.

 

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige: Höhere Beiträge ab 2011

 

Die Zeiten, in denen sich selbstständig Tätige über das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis freuen, werden jedoch schon bald der Vergangenheit angehören.

 

Denn ab 2011 – so sieht es die bereits vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesvorlage vor – werden die Beiträge kräftig ansteigen. Demnach wird der Beitragssatz ab 2011 im Westen auf 36 und in den neuen Bundesländern auf 30 Euro pro Monat klettern. Und: Bereits ein Jahr später werden freiwillig Versicherte noch kräftiger zur Kasse gebeten. Denn ab 2012 werden die Beiträge noch einmal um das Doppelte angehoben. Eine Garantie, dass damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist, besteht nicht. Grund: Sollten aufgrund der Beitragserhöhung viele freiwillig Versicherte aus der Arbeitslosenversicherung austreten, besteht die Gefahr, dass die Beiträge in der Folge noch weiter ansteigen könnten.


Zwar werden Selbstständige, die sich vor 2011 zur freiwilligen Versicherung entschieden haben, ab dem 01. Januar 2011 automatisch nach den neuen Regelungen versichert. Allerdings besteht die Möglichkeit eines einmaligen Sonderkündigungsrechts. Dieses sieht vor, dass freiwillig Versicherte ihre Versicherungspflicht bis zum 31. März 2011 durch eine schriftliche Erklärung gegenüber der Bundesagentur rückwirkend zum 31. Dezember 2011 beenden können.


Ob Selbstständige dieses Recht wahrnehmen, muss jeder für sich selber entscheiden. Eine entscheidende Rolle sollten dabei jedoch vor allem die Erfolgsaussichten der jeweiligen Selbstständigkeit spielen. Fakt ist, dass es nach Ablauf des Sonderkündigungsrechts schwierig wird, der Arbeitslosenversicherung den Rücken zu kehren. Denn das neue Gesetz sieht auch vor, dass die Bundesagentur den Austritt auf der Versicherung erschweren kann.

 

 



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