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Hohe Zinsen nur bei hohem Risiko:

Bei Staatsanleihen gibt es deutliche Unterschiede.

 

Freitag, 05. März 2010:

Staatsanleihen: Welchem Land Geld anvertrauen?Noch gestern stand Griechenland am Rande des Bankrotts – und schon heute sind die neuesten zehnjährigen Anleihen der Hellenen wieder heiß begehrt. Fünf Milliarden Euro wollte Athen an Schulden aufnehmen, doch die Anleger waren sogar bereit, 16 Milliarden zu verleihen. Ist also alles wieder im Lot in der Ägäis – jetzt, da sich die Anleger um Hellas-Anleihen reißen?

 

Gemach, so leicht ist es nicht. Denn die griechische Regierung zahlt im Vergleich zu einer deutschen Staatsanleihe mit ähnlicher Laufzeit einen deutlich höheren Zins, um an neues Geld zu kommen. Konkret: Während Berlin für seine Schulden im Jahr rund drei Prozent berappen muss, sind es in Athen gut sechs Prozent. Diese Diskrepanz bei der Rendite ist ein Signal dafür, dass die Anleger die Risiken im Fall Griechenlands deutlich höher bewerten als bei Krediten, die Deutschland aufnimmt.

 

Hohe Zinsen dienen als Lockmittel

 

Generell gilt: Je höher der Aufschlag, als desto unsicherer wird die künftige Zinszahlung und Tilgung eingeschätzt. Dieser Marktmechanismus ist wichtig, um Rendite und Risiko sinnvoll miteinander auszugleichen, und findet sein Pendant im Alltag: So wäre wohl niemand bereit, einer Person Geld zu leihen, wenn er sicher sein könnte, sein Geld nicht mehr zurück zu erhalten – da könnte der Zins sogar 50 Prozent betragen.

 

Doch im Fall Griechenlands ist es noch lange nicht so weit. Dort erfüllen die Zinsaufschläge ihre Funktion als Lockmittel durchaus, wie die an der Ausgabe der Anleihen beteiligten Banken melden. So wollten die Anleger Griechenland angesichts einer Rendite von mehr als sechs Prozent drei Mal so viel Geld geben, wie das Land an Schulden aufzunehmen gedachte. Eine Erklärung könnte sein, dass die Sparpläne der Regierung die Anleger inzwischen zuversichtlich stimmen.

 

Indonesien ist besser dran als Griechenland

 

Aus dem Blick gerät dabei, dass Anleihen von Thailand, Malaysia oder Indonesien derzeit niedrigere Renditen aufweisen als Schuldverschreibungen des östlich gelegenen EU-Landes. Die Kapitalmärkte trauen diesen Ländern in Fernost Zinszahlung und Tilgung also eher zu als Athen. Anleger, die damit liebäugeln, griechische Anleihen zu kaufen, sollten sich also fragen, ob sie auch bereit wären, ihr Geld dem indonesischen Staat anzuvertrauen.

 

Deutsche Staatsanleihen sicherste Alternative.

 

Wer hingegen Wert auf einen vernünftigen und sicheren Vermögensaufbau legt, ist mit deutschen Staatsanleihen weitaus besser beraten. Diese Papiere gelten als die sichersten Geldanlagen nicht nur im EU-Raum und bringen daher nicht so viel Rendite. Im Gegenzug können Anleger sicher sein, dass der deutsche Staat die Zinsen bezahlt und seine Schulden tilgt. Allerdings sollte man sich sehr gut überlegen, ob derzeit der Kauf einer zehnjährigen Anleihe sinnvoll ist. Denn: Die Bundesanleihen bleiben auf ihrem niedrigen Zinsniveau, auch wenn die Inflation anzieht und damit die Zinsen „auffrisst“. Insofern sind Bundeswertpapiere mit kürzeren Laufzeiten die bessere Wahl. Ist deren Laufzeit vorüber, lässt sich das freigewordene Geld zu höheren Zinsen erneut anlegen.

 

 

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