Zurück

Suche

Suche
 
.

Finanz-Blog / Versicherungen

Deutsche Versicherer: Fels in der Brandung?

 

Montag, 30. November 2009:

Aufgrund der Finanzkrise steuerten vor allem konservative Anleger verstärkt den sicheren Anlagehafen an. Davon profitierte auch die Versicherungs-Brache. Wie lange der Trend anhält, bleibt abzuwarten. Langfristig könnten vor allem die niedrigen Renditen am Rentenmarkt die Branche belasten.

 

Die deutschen Versicherer gehören zu den Gewinnern der Finanzkrise. Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge, erwartet die Branche für das laufende Jahr Prämieneinnahmen von insgesamt 169,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Anstieg von 3,1 Prozent, während ein Jahr zuvor ein Wachstum von 1 Prozent verzeichnet wurde. Besonders gut laufen die Geschäfte derzeit bei Lebensversicherer, die ein Wachstum von 4,8 Prozent prognostizieren.

 

Sicherheit geht vor

 

Das unerwartet hohe Wachstum kommt nicht von ungefähr. Denn während Aktionäre seit Beginn des neuen Jahrtausends zwei heftige Korrekturen hinnehmen und unterm Strich einen Verlust verkraften müssen, fahren Sparer mit Lebensversicherungen eine kleine, aber sichere Rendite von durchschnittlich gut 4 Prozent ein. Das gilt auch für das laufende Jahr.

 

Berechnungen der Ratingagentur Assekurata zufolge, liegt die durchschnittliche Verzinsung bei 4,19 Prozent. Laut GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen, können sich Anleger auch künftig auf die Leistungsfähigkeit der Branche verlassen: „Das unterscheidet die klassische Lebensversicherung von vielen Kapitalanlageprodukten. Genau deshalb wählen unsere Kunden eine Lebensversicherung. Wir schützen sie vor den Schwankungen der Kapitalmärkte und bieten ihnen eine möglichst gleichmäßige Wertentwicklung“.

 

In der Tat: Ersten Prognosen zufolge hält das Gros der Assekuranzen auch im kommenden Jahr ihre Verzinsung stabil.

 

Höhe der Garantieverzinsung ist kein Problem – noch

 

Wie lange die Branche noch ihren Kunden eine Verzinsung oberhalb der 4-Prozent-Marke anbieten kann, bleibt jedoch abzuwarten. Vor allem die zahlreichen Altverträge könnten den Versicherern mittelfristig zu schaffen machen. Grund:

 

Bis 1999 lag der gesetzliche Garantiezins (aktuell 2,25 Prozent) noch bei 4,0 und bis 2003 bei 3,25 Prozent. Schätzungen der Ratingagentur Assekurata zufolge liegt die durchschnittliche Garantieverzinsung somit bei rund 3,4 Prozent. Da die Versicherer noch viele alte, langlaufende und höher verzinsliche Anleihen in ihren Büchern stehen haben, stellen die 3,4 Prozent kein allzu großes Problem dar. Problematisch könnte es jedoch werden, wenn die Renditen sicherer Bundesanleihen und Pfandbriefe – in etwa 80 Prozent der Kundengelder fließen in den Rentenmarkt – in den kommenden Jahren ähnlich magere Rendite abwerfen wie derzeit. So rentieren 10jährige Bundesanleihen aktuell mit knapp 3,2 Prozent immerhin 20 Basispunkte unter der durchschnittlichen Garantieverzinsung der Lebensversicherer.

 

 



Kommentar zu Finanz-Blog: Deutsche Versicherer Fels in der Brandung??

Kommentar schreiben:





Sind Sie ein Mensch? Aus Gründen der Sicherheit ist dieses Formular mit einem Spamschutz versehen. Damit Sie dieses Formular absenden können, müssen Sie die hier abgebildete Kennzahl in das Feld darunter eintragen. Zugangs-Code für Formular-Übertragung


.
.

xxnoxx_zaehler