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Rentenmarkt:

US-Anleihehafen könnte Schiffbruch erleiden.

 

Mittwoch, 14. Dezember 2010:

Schiffbruch im US-Anleihehafen?Lange Zeit galten die USA als weltweit sichersten Schuldner; doch die Zweifel der Anleger nehmen zu — und zwar aus gutem Grund.

 

Ein Blick auf die Renditen griechischer Anleihen macht eines ganz deutlich. Die Angst, dass der Mittelmeerstaat seine Gläubiger nicht bedienen kann, ist trotz des jüngst geschnürten Rettungspakets nach wie vor groß. Anders ist der gewaltige

Renditeaufschlag griechischer Anleihen wohl nicht zu erklären. Über 7 Prozent Rendite werfen dreijährige Hellenen-Bonds aktuell ab, während Bundesanleihen mit vergleichbarer Restlaufzeit lediglich einen jährlichen Ertrag von 1,9 Prozent bieten. Sorge bereitet den Investoren vor allem die hohe Staatsverschuldung der Griechen, die mittlerweile auf 123 Prozent der Wirtschaftsleistung angestiegen ist.

 

Nicht nur Griechenland hat mit hohen Verbindlichkeiten zu kämpfen, sondern nahezu alle Industriestaaten, die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise gigantische Konjunkturpakete auf den Weg gebracht haben. Besonders kritisch bewerten Experten die US-Verschuldung, die von 62 Prozent in 2007 auf aktuell 92 Prozent des BIP in die Höhe geschnellt ist. „Die Defizitproblematik in den USA ist größer als im Euroraum“, meint Elmar Völker, Rentenanalyst der LBBW.

 

Anleger zweifeln an US-Bonität.

 

Die Tatsache, dass der sogenannte Swap-Spread mit einer Laufzeit von zehn Jahren zuletzt negativ geworden ist, untermauert die Aussage des Rentenexperten.

 

Der Swap-Spread zeigt die Differenz zwischen der Rendite amerikanischer Staatsanleihen und dem Zinsswapmarkt an. Berechnet wird die Kennziffer indem die Rendite von US-Treasurys mit dem Ertrag von Anleihen, die ein Doppel-A-Rating aufweisen, verglichen wird. Dass der Swap-Spread nun ins Negative gerutscht ist, signalisiert, dass Anleger das bestmögliche Dreifach-A-Rating der USA in Frage stellen. „Die Märkte haben aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Staatsverschuldung die langfristigen Zinsen in die Höhe getrieben“, warnte jüngst der Präsident der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher. Anfang April rentierten 10jährige US-Anleihen mit zwischenzeitlich über 4 Prozent auf dem höchsten Stand seit 18 Monaten.

 

Die Gefahr, dass die Renditen weiter gen Norden marschieren werden, ist durchaus vorhanden. Die Gründe: Prognosen zufolge wird die US-Verschuldung in den kommenden Jahren weiter ansteigen; die Experten der Deutschen Bank halten bis 2020 gar eine Staatsverschuldung von bis zu 133 Prozent des BIP für möglich. Die bedeutet, dass die USA auch künftig den Markt mit neuen Anleihen überschwemmen werden. Bereits im laufenden Jahr werden mit einem geschätzten Volumen von 2,43 Billionen Dollar so viel Anleihen am Markt platziert wie nie zuvor. Und da auch am Rentenmarkt das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt, werden die Kurse wohl nachgeben — und die Renditen zulegen. Am Rentenmarkt bewegen sich Kurse und Renditen entgegengesetzt.

 

Kräftiger Renditeanstieg wahrscheinlich.

 

Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten nach der Rezession recht zügig auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sind und daher bereits Anfang des dritten Quartals die erste Zinserhöhung möglich ist, spricht ebenfalls dafür, dass die Renditen weiterhin zulegen werden. Laut den Rentenexperten der Helaba könnte die Rendite 10jähriger US-Bonds auf Sicht der kommenden drei Monaten auf 4,5 Prozent klettern.

 

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Anleger derzeit US-Anleihen meiden sollten, zumal neben den möglichen Kurs- auch Währungsverluste drohen: „Da die Sorgen um Griechenland abnehmen und sich damit auch die Spannungen im gesamten Euroraum lösen sollten, erwarte ich kurzfristig einen schwächeren Dollar“, so Völker.

 

 



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